Sachsen reicht von der Elbe und den Tagebauseen der Lausitz bis in die Bäche des Erzgebirges. Dazwischen liegen die Teichgebiete der Oberlausitz um Königswartha und Moritzburg, Mulden, Neiße, Spree, Weiße Elster und große Talsperren.

So begegnen dir Karpfen und Schleie, Barbe und Nase, Hecht und Zander ebenso wie Bachforelle, Äsche und Lachs.

Hier findest du die wichtigsten Fischarten Sachsens als Bestimmungs- und Gewässerführer: mit Zeichnung, Foto, Erkennungsmerkmalen, Gewässern, Schonzeit, Mindestmaß und Rote-Liste-Status.

Die Rote Liste der Rundmäuler und Fische Sachsens (Stand 2015) betrachtet 56 Fischarten und 2 Rundmäuler.1 Schonzeiten und Mindestmaße stammen aus der Anlage zur Sächsischen Fischereiverordnung vom 22. April 2022.23 Die Fotos stammen von Wikimedia Commons.4

Wichtig für die Prüfung: Sachsen kennt ein Mindestmaß, aber kein Entnahmefenster. Gemessen wird von der Kopfspitze bis zum Ende der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse.

Übersicht: alle Arten auf einen Blick

Die Tabelle zeigt alle 52 Arten dieser Seite mit Schonzeit und Mindestmaß nach der Sächsischen Fischereiverordnung. Ein Klick auf den Namen springt zum Steckbrief, die Arten ohne eigenen Steckbrief stehen weiter unten in einer Liste.

ArtGruppeGewässertypSchonzeitMindestmaß
HechtRaubfischSeen, Flüsse, Teiche1. Februar bis 30. April50 cm
ZanderRaubfischSeen, große Flüsse1. Februar bis 31. Mai50 cm
WelsRaubfischGroße Flüsse, Seenkeinekein Maß
FlussbarschRaubfischSeen, Flüssekeinekein Maß
RapfenRaubfischGroße Flüsse1. Januar bis 31. Mai40 cm
AalWanderfischFlüsse, Seenkeine50 cm
Quappe (Trüsche)RaubfischFlüsse, Seenin Elbe, Vereinigter Mulde und Weißer Elster 1. Januar bis 31. März, sonst ganzjährig30 cm
KarpfenFriedfischTeiche, Seenkeine40 cm
SchleieFriedfischTeiche, Seenkeine25 cm
Brachse (Blei)FriedfischGroße Flüsse, Seenkeinekein Maß
Rotauge (Plötze)FriedfischFlüsse, Seenkeinekein Maß
RotfederFriedfischSeen, Altarmekeine20 cm (nur in Fließgewässern)
Döbel (Aitel)FriedfischFlüssekeinekein Maß
Aland (Orfe)FriedfischGroße Flüssekeine20 cm
HaselFriedfischBäche, kleine Flüssekeinekein Maß
BarbeFriedfischFlüsse15. April bis 30. Juni50 cm
NaseFriedfischFlüssein der Elbe 1. Januar bis 15. Juni, sonst ganzjährig40 cm
GründlingFriedfischFlüsse, Seenkeinekein Maß
GiebelFriedfischTeiche, Altarmekeinekein Maß
KarauscheFriedfischTeiche, Altarme1. Februar bis 30. Juni15 cm
Ukelei (Laube)FriedfischFlüsse, Seenkeinekein Maß
KaulbarschFriedfischFlüsse, Seenkeinekein Maß
GüsterFriedfischFlüsse, Seenkeinekein Maß
ModerlieschenFriedfischTeiche, Gräbenkeinekein Maß
Graskarpfen (Amur)FriedfischTeichekeinekein Maß
BachforelleSalmonideBäche, Flüsse1. Oktober bis 30. April28 cm
RegenbogenforelleSalmonideTeiche, Bäche1. Oktober bis 30. April (nur in Fließgewässern)25 cm
ÄscheSalmonideFlüsse1. Januar bis 15. Juni35 cm
BachsaiblingSalmonideBäche, Teiche1. Oktober bis 30. April25 cm
SeesaiblingSalmonideTiefe Seen, Talsperren1. Oktober bis 30. April28 cm
SeeforelleSalmonideTiefe Seen, Talsperren1. Oktober bis 30. April60 cm
MeerforelleWanderfischWanderfisch1. Oktober bis 30. April60 cm
Große Maräne (Renke)MaräneTiefe Seen, Talsperren1. Oktober bis 31. Dezember30 cm
Kleine MaräneMaräneTiefe Seen, Talsperrenkeinekein Maß
Atlantischer LachsWanderfischWanderfisch1. Oktober bis 30. April60 cm
Zährte (Rußnase)GeschütztGroße Flüsseganzjährig geschontnicht entnehmen
ZopeGeschütztGroße Flüsseganzjährig geschontnicht entnehmen
BitterlingGeschütztAltarme, Gräbenganzjährig geschontnicht entnehmen
SchlammpeitzgerGeschütztAltwasser, Gräbenganzjährig geschontnicht entnehmen
Groppe (Koppe)GeschütztBächeganzjährig geschontnicht entnehmen
EdelkrebsKrebs, geschütztBäche, Teicheganzjährig geschontnicht entnehmen
ElritzeGeschütztBächeganzjährig geschontnicht entnehmen
SchmerleGeschütztBächeganzjährig geschontnicht entnehmen
SchneiderGeschütztBäche, Flüsseganzjährig geschontnicht entnehmen
SteinbeißerGeschütztFlüsse, Altarmeganzjährig geschontnicht entnehmen
Neunstachliger StichlingGeschütztGräben, Teicheganzjährig geschontnicht entnehmen
StromgründlingGeschütztElbeganzjährig geschontnicht entnehmen
MaifischGeschütztWanderfischganzjährig geschontnicht entnehmen
StörGeschütztWanderfischganzjährig geschontnicht entnehmen
NordseeschnäpelGeschütztWanderfischganzjährig geschontnicht entnehmen
NeunaugenRundmaul, geschütztBäche, Flüsseganzjährig geschontnicht entnehmen
SteinkrebsKrebs, geschütztBächeganzjährig geschontnicht entnehmen

Schonzeiten Sachsen im Überblick

Der Kalender zeigt, in welchen Monaten du welche Art in Sachsen nicht fangen darfst. Die Angaben stammen aus der Anlage zur Sächsischen Fischereiverordnung vom 22. April 2022.2 Bei Quappe und Nase gilt die Schonzeit nur in den genannten Flüssen, sonst sind sie ganzjährig geschont.

Gefangene Tiere in der Schonzeit setzt du sofort schonend zurück. Gewässerbewirtschafter dürfen strengere Regeln festlegen, frag deshalb vor dem Angeln nach.

ganzer Monat Schonzeit   Schonzeit beginnt oder endet im Monat   keine Schonzeit. Die genauen Tage stehen in der Spalte Zeitraum und beim Antippen der Zelle.

ArtJFMAMJJASONDZeitraumMindestmaß
Hecht1. Februar bis 30. April50 cm
Zander1. Februar bis 31. Mai50 cm
Rapfen1. Januar bis 31. Mai40 cm
Quappe (Trüsche)in Elbe, Vereinigter Mulde und Weißer Elster 1. Januar bis 31. März, sonst ganzjährig30 cm
Barbe15. April bis 30. Juni50 cm
Nasein der Elbe 1. Januar bis 15. Juni, sonst ganzjährig40 cm
Karausche1. Februar bis 30. Juni15 cm
Bachforelle1. Oktober bis 30. April28 cm
Regenbogenforelle1. Oktober bis 30. April (nur in Fließgewässern)25 cm
Äsche1. Januar bis 15. Juni35 cm
Bachsaibling1. Oktober bis 30. April25 cm
Seesaibling1. Oktober bis 30. April28 cm
Seeforelle1. Oktober bis 30. April60 cm
Meerforelle1. Oktober bis 30. April60 cm
Große Maräne (Renke)1. Oktober bis 31. Dezember30 cm
Atlantischer Lachs1. Oktober bis 30. April60 cm

Ganzjährig geschützt (kein Fang): Zährte (Rußnase), Zope, Bitterling, Schlammpeitzger, Groppe (Koppe), Edelkrebs, Elritze, Schmerle, Schneider, Steinbeißer, Neunstachliger Stichling, Stromgründling, Maifisch, Stör, Nordseeschnäpel, Neunaugen, Steinkrebs.

Wo du die Arten befischen kannst, zeigt der Überblick der Angelseen in Sachsen. Die Fristen übst du im Prüfungstrainer für die Fischerprüfung.

Raubfische

Hecht, Zander, Wels, Barsch und Rapfen sind die klassischen Räuber. Dazu zählen wir den Aal als nachtaktiven Jäger und die Quappe, die als einziger Süßwasserdorsch räubert.

Hecht
Foto: HalbsHännile, CC BY-SA 4.0

Hecht

Raubfisch Esox lucius

Schonzeit
1. Februar bis 30. April
Mindestmaß
50 cm
Typische Größe
50 bis 100 cm, selten über 120 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Du erkennst den Hecht an der langen, entenschnabelartigen Schnauze und der Rückenflosse, die weit hinten über der Afterflosse sitzt. Der Körper ist grünlich mit hellen Flecken und Bändern. Er steht als Lauerjäger an verkrauteten Ufern, in Altarmen und an Schilfkanten von Seen und langsamen Flüssen. In Sachsen lebt er in Elbe, Mulde und Neiße, in Talsperren und Teichen sowie in den Seen des Lausitzer Seenlandes.

Zander
Foto: Akos Harka, CC BY 3.0

Zander

Raubfisch Sander lucioperca

Schonzeit
1. Februar bis 31. Mai
Mindestmaß
50 cm
Typische Größe
50 bis 80 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Der Zander hat zwei getrennte Rückenflossen, die erste mit harten Stacheln, dazu große Fangzähne und große, glasig wirkende Augen. Der Körper ist schlank mit verwaschenen dunklen Querbinden. Er bevorzugt trübes, sauerstoffreiches Wasser und hält sich tagsüber in tieferen Bereichen und an Steinpackungen auf. In Sachsen steht er in der Elbe, in Talsperren und in den Tagebauseen von Lausitz und Leipziger Neuseenland. Die Rote Liste vermerkt, dass sein Bestand in vielen Gewässern, auch in der Elbe, rückläufig ist.1

Wels
Foto: HalbsHännile, CC BY-SA 4.0

Wels

Raubfisch Silurus glanis

Schonzeit
keine
Mindestmaß
kein Maß
Typische Größe
80 bis 150 cm, Einzelfische über 200 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Der Wels ist schuppenlos und schleimig, hat ein breites Maul mit zwei langen Barteln am Oberkiefer und vier kurzen am Unterkiefer sowie eine sehr lange Afterflosse. Die Rückenflosse ist winzig. Er liebt warme, tiefe und langsame Gewässer und ist vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv. In Sachsen hat er sich in den letzten Jahren stark ausgebreitet und kommt in der Elbe sowie in größeren Seen und Teichen vor.

Flussbarsch
Foto: GerardM, CC BY-SA 3.0

Flussbarsch

Raubfisch Perca fluviatilis

Schonzeit
keine
Mindestmaß
kein Maß
Typische Größe
15 bis 35 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Typisch sind die dunklen Querbinden, die zwei getrennten Rückenflossen (die erste mit schwarzem Fleck am Ende) und die rötlichen Bauch-, After- und Schwanzflossen. Der Barsch lebt in Schwärmen und kommt in Seen, Flüssen und Kiesgruben vor, fast überall dort, wo das Wasser nicht zu sauerstoffarm ist. In Sachsen ist er in nahezu allen Gewässern zu finden, von der Elbe bis zu den Talsperren des Erzgebirges.

Rapfen
Foto: Karelj, Public domain

Rapfen

Raubfisch Aspius aspius

Schonzeit
1. Januar bis 31. Mai
Mindestmaß
40 cm
Typische Größe
40 bis 70 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Der Rapfen ist der einzige räuberische Karpfenfisch bei uns. Er hat ein oberständiges Maul mit vorstehendem Unterkiefer, dessen Spalte bis unter die Augen reicht, und einen schlanken, silbrigen Körper. Er jagt an der Oberfläche in der Strömung größerer Flüsse und an Wehrfüßen. In Sachsen jagt er vor allem in der Elbe und in den unteren Abschnitten von Mulde und Weißer Elster.

Aal
Foto: GerardM, CC BY-SA 3.0

Aal

Wanderfisch Anguilla anguilla

Schonzeit
keine
Mindestmaß
50 cm
Typische Größe
50 bis 100 cm
Rote Liste Sachsen
stark gefährdet (2)

Der Aal ist schlangenförmig, Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen durchgehenden Saum, Bauchflossen fehlen. Er ist nachtaktiv und versteckt sich tagsüber in Höhlungen. Als Wanderfisch laicht er in der Sargassosee, unsere Bestände leben fast nur noch von Besatz. In Sachsen findest du ihn in der Elbe und in besetzten Seen und Teichen. Die Rote Liste führt ihn als stark gefährdet.

Quappe (Trüsche)
Foto: Jeolme, CC BY-SA 4.0

Quappe (Trüsche)

Raubfisch Lota lota

Schonzeit
in Elbe, Vereinigter Mulde und Weißer Elster 1. Januar bis 31. März, sonst ganzjährig
Mindestmaß
30 cm
Typische Größe
30 bis 50 cm
Rote Liste Sachsen
gefährdet (3)

Die Quappe ist der einzige Süßwasserdorsch: Sie hat einen Bartfaden am Kinn, eine kurze und eine lange Rückenflosse und eine marmorierte Haut. Sie ist nachtaktiv, laicht im Winter und lebt in kühlen, tiefen Flüssen und Seen unter Steinen und Wurzeln. In Sachsen kommt sie in der Elbe und in den Unterläufen von Mulde und Weißer Elster vor, in Nordsachsen fehlt sie fast ganz.1

Friedfische

Zu den Friedfischen gehören die Karpfenartigen, die in sächsischen Teichen und Flüssen die Mehrheit stellen. Rotfeder und Moderlieschen stehen auf der Vorwarnliste, Barbe, Nase und Karausche sind gefährdet.

Karpfen
Foto: USFWS, Public domain

Karpfen

Friedfisch Cyprinus carpio

Schonzeit
keine
Mindestmaß
40 cm
Typische Größe
40 bis 80 cm
Rote Liste Sachsen
nicht bewertet (gebietsfremd oder Zuchtform)

Der Karpfen trägt vier Barteln am Maul, zwei lange und zwei kurze, und eine lange Rückenflosse mit hartem Stachelstrahl. Die Wildform ist voll beschuppt, bei den Zuchtformen unterscheidet man Schuppen-, Spiegel-, Zeil- und Lederkarpfen. Er lebt in warmen, stehenden oder langsam fließenden Gewässern und gründelt am Boden. Sachsen ist ein Karpfenland: Er kommt aus den Teichgebieten der Oberlausitz um Königswartha, Moritzburg und Kamenz und wird in vielen Seen besetzt.

Schleie
Foto: Karelj, Public domain

Schleie

Friedfisch Tinca tinca

Schonzeit
keine
Mindestmaß
25 cm
Typische Größe
25 bis 45 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Die Schleie ist dick, grünlich-golden, sehr schleimig und hat winzige Schuppen, rundliche Flossen, rötlich-orange Augen und zwei kleine Barteln an den Maulwinkeln. Sie lebt am Grund verkrauteter, warmer Gewässer wie Weiher, Altarmen und Baggerseen. In Sachsen lebt sie in den Teichen der Oberlausitz und Westsachsens sowie in verkrauteten Seen.

Brachse (Blei)
Foto: Микова Наталия, Public domain

Brachse (Blei)

Friedfisch Abramis brama

Schonzeit
keine
Mindestmaß
kein Maß
Typische Größe
30 bis 50 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Die Brachse ist hochrückig und seitlich stark abgeflacht, mit langer Afterflosse (24 bis 30 Strahlen) und einem rüsselartig vorstülpbaren, unterständigen Maul. Junge Fische sind silbrig, alte bronzefarben. Sie bildet große Schwärme in nährstoffreichen Seen und in den trägen Unterläufen der Flüsse. In Sachsen steht sie in der Elbe und in größeren Seen und Talsperren.

Rotauge (Plötze)
Foto: Ullrich Mühlhoff, CC BY-SA 3.0

Rotauge (Plötze)

Friedfisch Rutilus rutilus

Schonzeit
keine
Mindestmaß
kein Maß
Typische Größe
20 bis 30 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Das Rotauge hat eine rote Iris mit rotem Fleck über der Pupille und blassrote Flossen. Seine Rückenflosse beginnt über dem Ansatz der Bauchflossen, das Maul ist endständig. Damit lässt es sich von der Rotfeder unterscheiden. Es ist anspruchslos und kommt fast in jedem Gewässer vor. In Sachsen ist es in fast allen Gewässern von der Elbe bis zu den Teichen vertreten.

Rotfeder
Foto: George Chernilevsky, Public domain

Rotfeder

Friedfisch Scardinius erythrophthalmus

Schonzeit
keine
Mindestmaß
20 cm (nur in Fließgewässern)
Typische Größe
20 bis 30 cm
Rote Liste Sachsen
Vorwarnliste (V)

Bei der Rotfeder sitzt die Rückenflosse weiter hinten, nämlich hinter dem Ansatz der Bauchflossen. Das Maul ist oberständig, zwischen Bauchflossen und After verläuft ein scharfer Kiel, und alle paarigen Flossen leuchten rot. Sie hält sich in warmen, verkrauteten Stillgewässern dicht unter der Oberfläche auf. In Sachsen findest du sie in verkrauteten Teichen, Seen und Altarmen. Das Mindestmaß gilt laut Verordnung nur in Fließgewässern.

Döbel (Aitel)
Foto: Karelj, Public domain

Döbel (Aitel)

Friedfisch Squalius cephalus

Schonzeit
keine
Mindestmaß
kein Maß
Typische Größe
30 bis 50 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Der Döbel ist walzenförmig mit großem Kopf, breitem Maul und großen, dunkel gesäumten Schuppen. Seine Afterflosse ist nach außen gewölbt, beim Aland dagegen eingebuchtet. Er steht in der Strömung kleiner und mittlerer Flüsse, gern unter überhängenden Bäumen. In Sachsen ist er in Elbe, Mulde, Neiße, Spree und vielen Nebenflüssen häufig.

Aland (Orfe)
Foto: Akos Harka, CC BY 3.0

Aland (Orfe)

Friedfisch Leuciscus idus

Schonzeit
keine
Mindestmaß
20 cm
Typische Größe
30 bis 50 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Der Aland ähnelt dem Döbel, hat aber kleinere Schuppen, einen kleineren Kopf, rötliche Flossen und eine nach innen gebogene Afterflosse. Er lebt in mäßig strömenden Flüssen, Kanälen und größeren Seen und steigt zum Laichen in Seitengewässer auf. Die Goldorfe ist seine Zuchtform. In Sachsen lebt er in der Elbe, in Mulde und Weißer Elster sowie in Kanälen und Seen.

Hasel
Foto: Alexander Suvorov, Public domain

Hasel

Friedfisch Leuciscus leuciscus

Schonzeit
keine
Mindestmaß
kein Maß
Typische Größe
15 bis 25 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Der Hasel ist schlank und silbrig mit gelblicher Iris und leicht eingebuchteter Afterflosse. Er bildet Schwärme in sauerstoffreichen, schnell fließenden Bächen und kleinen Flüssen und schnappt auch Insekten von der Oberfläche. In Sachsen steht er in schnell fließenden Abschnitten der Flüsse und Bäche im Hügelland und Vorerzgebirge.

Barbe
Foto: Linie29, CC BY-SA 3.0

Barbe

Friedfisch Barbus barbus

Schonzeit
15. April bis 30. Juni
Mindestmaß
50 cm
Typische Größe
40 bis 70 cm
Rote Liste Sachsen
gefährdet (3)

Die Barbe hat ein unterständiges Maul mit dicken Lippen und vier Barteln, zwei an der Oberlippe und zwei an den Mundwinkeln. Der letzte Hartstrahl der Rückenflosse ist gesägt. Sie ist Leitfisch der Barbenregion und lebt über kiesigem Grund in der Strömung. In Sachsen ist sie Leitfisch von Elbe, Mulde und Zschopau. Die Rote Liste führt sie als gefährdet.

Nase
Foto: André Karwath aka Aka, CC BY-SA 2.5

Nase

Friedfisch Chondrostoma nasus

Schonzeit
in der Elbe 1. Januar bis 15. Juni, sonst ganzjährig
Mindestmaß
40 cm
Typische Größe
30 bis 45 cm
Rote Liste Sachsen
gefährdet (3)

Die Nase erkennst du am quergestellten, unterständigen Maul mit harter Hornleiste an der Unterlippe und der überstehenden Schnauze. Die Bauchhöhle ist schwarz. Sie weidet Algenrasen von Steinen ab und steigt im Frühjahr in großen Schwärmen zu kiesigen Laichplätzen auf. In Sachsen kommt sie vor allem in der Elbe vor, in anderen Gewässern ist sie ganzjährig geschont. Wanderhindernisse haben sie stark zurückgedrängt.

Gründling
Foto: Lorenz Seebauer, CC BY-SA 4.0

Gründling

Friedfisch Gobio gobio

Schonzeit
keine
Mindestmaß
kein Maß
Typische Größe
10 bis 15 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Der Gründling hat zwei Barteln am Maul, ein unterständiges Maul und eine Reihe dunkler Flecken entlang der Flanke. Er sucht über Sand und Kies nach Kleintieren und lebt in Flüssen, Bächen und manchen Seen. In Sachsen ist er in Flüssen, Bächen und Seen häufig. Der nah verwandte Stromgründling der Elbe ist ganzjährig geschont.

Giebel
Foto: Akos Harka, CC BY 3.0

Giebel

Friedfisch Carassius gibelio

Schonzeit
keine
Mindestmaß
kein Maß
Typische Größe
20 bis 35 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Der Giebel hat keine Barteln und eine leicht eingebuchtete Rückenflosse, bei der Karausche ist sie nach außen gewölbt. Er ist silbrig bis messingfarben und sehr anpassungsfähig. Er kommt in Teichen, Altarmen und Baggerseen vor, auch in sauerstoffarmem Wasser. In Sachsen kommt er in Teichen, Altarmen und Tagebauseen vor, auch in sauerstoffarmem Wasser.

Karausche
Foto: Swaggo42, CC BY-SA 4.0

Karausche

Friedfisch Carassius carassius

Schonzeit
1. Februar bis 30. Juni
Mindestmaß
15 cm
Typische Größe
15 bis 25 cm
Rote Liste Sachsen
stark gefährdet (2)

Die Karausche ist goldgelb bis bronzefarben, hochrückig und hat keine Barteln. Ihre Rückenflosse ist nach außen gewölbt, so unterscheidest du sie vom Giebel. Sie lebt in verkrauteten, kleinen Stillgewässern und übersteht auch sauerstoffarmes Wasser. In Sachsen gibt es sie noch in kleinen, verkrauteten Teichen und Gräben, vor allem im Tiefland. Die Rote Liste führt sie als stark gefährdet.

Ukelei (Laube)
Foto: Peter van der Sluijs, CC BY-SA 3.0

Ukelei (Laube)

Friedfisch Alburnus alburnus

Schonzeit
keine
Mindestmaß
kein Maß
Typische Größe
10 bis 15 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Der Ukelei ist schlank und silbern mit oberständigem Maul und langer Afterflosse. Er jagt in Schwärmen dicht unter der Oberfläche nach Insekten und ist in Flüssen und Seen ein wichtiger Futterfisch für Räuber. In Sachsen lebt er in der Elbe und in Seen als Schwarmfisch.

Kaulbarsch
Foto: Tiit Hunt, CC BY-SA 3.0

Kaulbarsch

Friedfisch Gymnocephalus cernua

Schonzeit
keine
Mindestmaß
kein Maß
Typische Größe
10 bis 15 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Beim Kaulbarsch ist die Rückenflosse nicht in zwei Teile getrennt wie beim Flussbarsch, sondern durchgehend. Der Körper ist olivbraun mit dunklen Flecken, der Kopf trägt auffällige Schleimgruben. Er lebt am Grund von Flussunterläufen und Seen. In Sachsen findest du ihn in der Elbe und in größeren Seen.

Güster
Foto: Akos Harka, CC BY 3.0

Güster

Friedfisch Blicca bjoerkna

Schonzeit
keine
Mindestmaß
kein Maß
Typische Größe
15 bis 25 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Die Güster sieht aus wie eine kleine Brachse, hat aber größere Augen, eine kürzere Afterflosse (19 bis 23 Strahlen) und rötliche Ansätze der Bauch- und Brustflossen. Sie lebt in Schwärmen in ruhigen Flussabschnitten und Seen. In Sachsen ist sie in der Elbe und in vielen Seen allgegenwärtig.

Moderlieschen
Foto: Michael Joachim Lucke, CC BY-SA 3.0

Moderlieschen

Friedfisch Leucaspius delineatus

Schonzeit
keine
Mindestmaß
kein Maß
Typische Größe
6 bis 9 cm
Rote Liste Sachsen
Vorwarnliste (V)

Das Moderlieschen ist winzig, hat ein oberständiges Maul und eine unvollständige Seitenlinie. Es lebt in Schwärmen in Teichen, Gräben und Altwassern und gelangt oft mit Besatz in neue Gewässer. In Sachsen kommt es in kleinen Teichen und Gräben vor, auf der Vorwarnliste.

Graskarpfen (Amur)
Foto: Pengo, CC BY-SA 3.0

Graskarpfen (Amur)

Friedfisch Ctenopharyngodon idella

Schonzeit
keine
Mindestmaß
kein Maß
Typische Größe
50 bis 100 cm
Rote Liste Sachsen
nicht bewertet (gebietsfremd oder Zuchtform)

Der Graskarpfen ist langgestreckt und walzenförmig, hat keine Barteln und ein breites, endständiges Maul. Er ernährt sich von Wasserpflanzen und stammt aus Ostasien. Er wird in Teichen und einzelnen Seen gehalten, um Pflanzenwuchs zu begrenzen. In Sachsen wird er in einzelnen Teichen und Seen gehalten.

Forellen, Äsche, Saiblinge und Maränen

Die Salmoniden besiedeln die kühlen Bäche des Berglandes und die tiefen Talsperren. Erkennungszeichen ist die Fettflosse hinter der Rückenflosse.

Bachforelle
Foto: Robermix, CC0

Bachforelle

Salmonide Salmo trutta fario

Schonzeit
1. Oktober bis 30. April
Mindestmaß
28 cm
Typische Größe
20 bis 40 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Die Bachforelle trägt rote Punkte mit hellem Hof und schwarze Tupfen, eine Fettflosse und eine kaum eingebuchtete Schwanzflosse ohne Punkte. Der Mundspalt reicht bis hinter das Auge. Sie lebt in kühlen, sauerstoffreichen, schnell fließenden Bächen und Flüssen mit Verstecken und Kiesbetten. In Sachsen ist sie in den Bächen und Flüssen von Erzgebirge, Elbsandsteingebirge, Vogtland und Lausitzer Bergland zu Hause.

Regenbogenforelle
Foto: Liquid Art, CC BY-SA 4.0

Regenbogenforelle

Salmonide Oncorhynchus mykiss

Schonzeit
1. Oktober bis 30. April (nur in Fließgewässern)
Mindestmaß
25 cm
Typische Größe
25 bis 50 cm
Rote Liste Sachsen
nicht bewertet (gebietsfremd oder Zuchtform)

Typisch ist das rosa-violette Längsband an der Flanke, dazu viele kleine schwarze Punkte, die auch auf der Schwanzflosse liegen (bei der Bachforelle fehlen sie dort). Sie stammt aus Nordamerika, wird in Forellenteichen und Angelparks gehalten und wird auch in Gewässer besetzt. In Sachsen wird sie in Forellenteichen gehalten und in einzelne Gewässer besetzt. Die Schonzeit gilt nur in Fließgewässern.

Äsche
Foto: Zp at Czech Wikipedia, CC BY-SA 3.0

Äsche

Salmonide Thymallus thymallus

Schonzeit
1. Januar bis 15. Juni
Mindestmaß
35 cm
Typische Größe
30 bis 45 cm
Rote Liste Sachsen
stark gefährdet (2)

Die Äsche hat eine große, segelartige Rückenflosse mit Fettflosse dahinter, ein kleines, unterständiges Maul und silbergraue Flanken mit dunklen Tupfen. Sie ist Leitfisch der Äschenregion in kühlen, schnellen und sauberen Flüssen und reagiert empfindlich auf Wärme und schlechte Wasserqualität. In Sachsen kommt sie in Zschopau, Mulde, Weißeritz und Elbe vor. Die Rote Liste führt sie als stark gefährdet.

Bachsaibling
Foto: Zach Matthews, CC BY-SA 3.0

Bachsaibling

Salmonide Salvelinus fontinalis

Schonzeit
1. Oktober bis 30. April
Mindestmaß
25 cm
Typische Größe
20 bis 30 cm
Rote Liste Sachsen
nicht bewertet (gebietsfremd oder Zuchtform)

Der Bachsaibling ist dunkel olivgrün mit hellen Flecken und Wurmlinien auf dem Rücken, roten Punkten mit blauem Hof und weißen Vorderkanten an den Bauch- und Afterflossen. Er stammt aus Nordamerika und lebt in kalten, klaren Bächen und Forellenteichen. In Sachsen lebt er in einzelnen kalten Gebirgsbächen und in Forellenteichen.

Seesaibling
Foto: Bjoertvedt, CC BY-SA 3.0

Seesaibling

Salmonide Salvelinus alpinus

Schonzeit
1. Oktober bis 30. April
Mindestmaß
28 cm
Typische Größe
25 bis 40 cm
Rote Liste Sachsen
nicht bewertet (gebietsfremd oder Zuchtform)

Der Seesaibling ist am Rücken dunkel, an den Flanken heller und zur Laichzeit am Bauch rot gefärbt. Er hat keine Marmorierung wie der Bachsaibling, aber weiße Flossensäume. Er lebt im kalten Tiefenwasser tiefer Seen und braucht sauerstoffreiches Wasser. In Sachsen kommt er nur in einzelnen tiefen, kalten Talsperren vor.

Seeforelle

Salmonide Salmo trutta lacustris

Schonzeit
1. Oktober bis 30. April
Mindestmaß
60 cm
Typische Größe
40 bis 70 cm, bis über 90 cm
Rote Liste Sachsen
nicht in der Fischliste

Die Seeforelle ist die große, silbrige Seeform der Forelle mit nur wenigen schwarzen, kaum roten Punkten und einer Fettflosse. Sie lebt im freien Wasser tiefer, kalter Seen und steigt zum Laichen in Zuflüsse auf, wo sie nach geeignetem Kies sucht. In Sachsen ist sie nur in der Verordnung vorgesehen, Bestände gibt es höchstens lokal in Talsperren.

Meerforelle
Foto: Wolfgang Striewski, Public domain

Meerforelle

Wanderfisch Salmo trutta trutta

Schonzeit
1. Oktober bis 30. April
Mindestmaß
60 cm
Typische Größe
40 bis 70 cm
Rote Liste Sachsen
nicht in der Fischliste

Die Meerforelle ist die Wanderform der Forelle: silbrig, kräftig, mit wenigen X-förmigen Flecken und einer Fettflosse. Sie wächst im Meer ab und steigt zum Laichen in kiesige Flüsse auf. Von Bachforelle und Lachs unterscheidet sie vor allem der kräftigere Schwanzstiel und die kaum eingebuchtete Schwanzflosse. In Sachsen sind Rückkehrer aus dem Meer in der Elbe selten, die Rote Liste behandelt sie zusammen mit der Bachforelle.

Große Maräne (Renke)
Foto: Apple2000, CC BY 3.0

Große Maräne (Renke)

Maräne Coregonus lavaretus

Schonzeit
1. Oktober bis 31. Dezember
Mindestmaß
30 cm
Typische Größe
30 bis 45 cm
Rote Liste Sachsen
nicht bewertet (gebietsfremd oder Zuchtform)

Die Große Maräne ist silbrig mit großen Schuppen, kleinem, unterständigem Maul und einer Fettflosse. Das Maul ist, anders als bei der Kleinen Maräne, nach unten gerichtet. Sie lebt im freien Wasser tiefer, kühler Seen und Talsperren und wird dort in der Regel besetzt. In Sachsen wird sie in Talsperren und tiefen Tagebauseen besetzt.

Kleine Maräne
Foto: Markus Kauppinen, CC BY-SA 4.0

Kleine Maräne

Maräne Coregonus albula

Schonzeit
keine
Mindestmaß
kein Maß
Typische Größe
15 bis 25 cm
Rote Liste Sachsen
nicht bewertet (gebietsfremd oder Zuchtform)

Die Kleine Maräne ist schlank und silbrig, hat ein oberständiges Maul mit vorstehendem Unterkiefer und eine Fettflosse. Sie bildet Schwärme im Freiwasser kühler, sauerstoffreicher Seen und Talsperren. In Sachsen kommt sie nur in einzelnen Talsperren und Seen vor, meist als Besatzfisch.

Atlantischer Lachs
Foto: Knepp, Timothy, Public domain

Atlantischer Lachs

Wanderfisch Salmo salar

Schonzeit
1. Oktober bis 30. April
Mindestmaß
60 cm
Typische Größe
60 bis 100 cm
Rote Liste Sachsen
vom Aussterben bedroht (1)

Der Lachs hat eine Fettflosse, einen schlanken Schwanzstiel und eine leicht eingebuchtete Schwanzflosse. Seine Flecken sind überwiegend X-förmig und liegen oberhalb der Seitenlinie. Als Wanderfisch wächst er im Meer ab und steigt zum Laichen in kiesige Oberläufe auf, wo auch die Jungfische aufwachsen. In Sachsen wird er in der Elbe und ihren Nebenflüssen wie Müglitz und Sebnitz wiederangesiedelt. Bis November 2025 zählte man 15 Rückkehrer.5

Ganzjährig geschützte Arten

Diese Arten sind nach der Sächsischen Fischereiverordnung ganzjährig geschont. Gefangene Tiere setzt du sofort schonend zurück.2

Zährte (Rußnase)
Foto: Tokic, CC BY-SA 2.5

Zährte (Rußnase)

Geschützt Vimba vimba

Schonzeit
ganzjährig geschont
Mindestmaß
nicht entnehmen
Typische Größe
25 bis 35 cm
Rote Liste Sachsen
stark gefährdet (2)

Die Zährte hat einen dunklen Rücken, silbrige Flanken und eine nasenartig überstehende Schnauze mit unterständigem Maul. Sie ist ein Wanderfisch und steigt zum Laichen aus großen Strömen in kiesige Flussabschnitte auf. In Sachsen kommt sie vor allem in der Elbe vor und ist stark gefährdet.

Zope
Foto: Akos Harka, CC BY 3.0

Zope

Geschützt Ballerus ballerus

Schonzeit
ganzjährig geschont
Mindestmaß
nicht entnehmen
Typische Größe
25 bis 35 cm
Rote Liste Sachsen
extrem selten (R)

Die Zope ist hochrückig und dabei schlank, mit sehr langer Afterflosse (36 bis 44 Strahlen) und grauen, bläulich getönten Flossen. Das Maul ist leicht oberständig. Sie lebt im Freiwasser großer Flüsse und Stauseen und ist selten. In Sachsen ist sie extrem selten und nur in der Elbe zu erwarten.

Bitterling
Foto: Viridiflavus, CC BY-SA 3.0

Bitterling

Geschützt Rhodeus amarus

Schonzeit
ganzjährig geschont
Mindestmaß
nicht entnehmen
Typische Größe
5 bis 8 cm
Rote Liste Sachsen
gefährdet (3)

Der Bitterling ist ein Kleinfisch, bei dem die Männchen im Frühjahr schillernde Laichfarben tragen und die Weibchen eine lange Legeröhre. Die Eier legt er in lebende Großmuscheln, deshalb ist er auf Teich- und Malermuscheln angewiesen. Er lebt in Altarmen, Gräben und Baggerseen. In Sachsen lebt er in Altarmen, Gräben und Teichen mit Muschelbestand.

Schlammpeitzger
Foto: George Chernilevsky, Public domain

Schlammpeitzger

Geschützt Misgurnus fossilis

Schonzeit
ganzjährig geschont
Mindestmaß
nicht entnehmen
Typische Größe
15 bis 25 cm
Rote Liste Sachsen
vom Aussterben bedroht (1)

Der Schlammpeitzger ist aalförmig, hat zehn Barteln am Maul und braungelbe Längsstreifen. Er kann bei Sauerstoffmangel Luft über den Darm aufnehmen und zeigt Wetterumschwünge durch Unruhe an. Er lebt in schlammigen Altwassern und Gräben. In Sachsen gibt es ihn nur noch in wenigen schlammigen Gräben und Altwassern.

Groppe (Koppe)
Foto: Piet Spaans, CC BY-SA 2.5

Groppe (Koppe)

Geschützt Cottus gobio

Schonzeit
ganzjährig geschont
Mindestmaß
nicht entnehmen
Typische Größe
10 bis 15 cm
Rote Liste Sachsen
ungefährdet

Die Groppe hat einen breiten, abgeflachten Kopf, große Brustflossen und keine Schwimmblase. Sie ist ein Bodenfisch und versteckt sich unter Steinen in kalten, sauberen Bächen und Flüssen. In Sachsen lebt sie in sauberen, kühlen Bächen und Flüssen des Berglandes.

Edelkrebs
Foto: Dragon187, CC BY-SA 3.0

Edelkrebs

Krebs, geschützt Astacus astacus

Schonzeit
ganzjährig geschont
Mindestmaß
nicht entnehmen
Typische Größe
10 bis 18 cm
Rote Liste Sachsen
nicht in der Fischliste

Der Edelkrebs ist bräunlich bis olivgrün und hat auf der Unterseite der Scheren eine rötliche Färbung. Anders als der eingeschleppte Signalkrebs fehlt ihm der helle Fleck am Scherengelenk. Er gilt als Zeigerart für sauberes Wasser und wird von der durch amerikanische Krebse eingeschleppten Krebspest bedroht. In Sachsen gibt es nur Restbestände in einzelnen Bächen und Teichen. Auch der Steinkrebs ist in Sachsen ganzjährig geschont.

Weitere ganzjährig geschützte Arten

Diese Arten sind in der Anlage der Sächsischen Fischereiverordnung ganzjährig geschont. Bei den meisten lohnt sich das Erkennen, weil sie als Beifang an der Angel hängen können.2

  • Elritze: kleiner Schwarmfisch klarer Bäche, Männchen zur Laichzeit mit Hochzeitskleid. Rote Liste Sachsen: ungefährdet.
  • Schmerle: bartelträgiger Grundfisch der Bäche mit marmoriertem Körper. Rote Liste: ungefährdet.
  • Schneider: schlanker, silbriger Kleinfisch mit dunklem Band entlang der Seitenlinie. Rote Liste: ausgestorben oder verschollen (0).
  • Steinbeißer: aalartig schlanker Grundfisch mit Dorn unter dem Auge. Rote Liste: vom Aussterben bedroht (1), dazu der Donausteinbeißer (stark gefährdet).
  • Neunstachliger Stichling: kleiner Stichling mit neun Rückenstacheln in verkrauteten Gräben. Der Zwergstichling steht auf der Roten Liste als gefährdet (3).
  • Stromgründling: Gründlingsart der Elbe. Rote Liste: Daten unzureichend.
  • Maifisch, Stör und Nordseeschnäpel: große Wanderfische, in Sachsen ausgestorben oder verschollen und Ziel von Wiederansiedlungen.
  • Neunaugen: aalförmige Rundmäuler ohne Kiefer, mit Saugmaul. Bachneunauge: Vorwarnliste, Flussneunauge: vom Aussterben bedroht (1).
  • Steinkrebs: kleiner heimischer Krebs, ebenfalls ganzjährig geschont, ebenso wie Edelkrebs und die heimischen Muscheln (Bachmuschel, Flussperlmuschel, Teichmuscheln).

Häufige Fragen

Welche Fischarten gibt es in Sachsen?

Die Rote Liste Sachsens (Stand 2015) betrachtet 56 Fischarten und 2 Rundmäuler. Häufig sind Rotauge, Barsch, Hecht, Döbel und Zander, im Bergland Bachforelle und Groppe.

Welche Schonzeiten gelten in Sachsen?

Die Sächsische Fischereiverordnung regelt Schonzeiten und Mindestmaße für 45 Einträge. Hecht ist vom 1. Februar bis 30. April geschont, Zander vom 1. Februar bis 31. Mai, Salmoniden meist vom 1. Oktober bis 30. April.

Welche Fische sind in Sachsen ganzjährig geschützt?

Unter anderem Bitterling, Schlammpeitzger, Groppe, Elritze, Schmerle, Zährte, Zope, Stör, Maifisch, Neunaugen sowie Edelkrebs und Steinkrebs.

Wie wird das Mindestmaß gemessen?

Von der Kopfspitze bis zum Ende der natürlich ausgebreiteten Schwanzflosse. Ist der Fisch kleiner, geht er schonend zurück ins Wasser.

Quellen

  1. Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen: Rote Liste der Rundmäuler und Fische Sachsens (Stand 2015) (landwirtschaft.sachsen.de)
  2. Sächsische Fischereiverordnung (SächsFischVO) vom 22. April 2022, REVOSax (revosax.sachsen.de)
  3. LfULG Sachsen: Fischschonzeiten nach SächsFischVO 2022 (fischerei.sachsen.de)
  4. Wikimedia Commons: freie Fotos der Fischarten (Urheber und Lizenz je Bild in der Bildunterschrift) (commons.wikimedia.org)
  5. Sächsische Staatskanzlei Medienservice: Elbe-Lachs, Rückkehrer 2025 (medienservice.sachsen.de)